Ein Jahr (Es geht voran)
und jetzt die gute Nachricht: Scheiß auf alle Prachtalleen und
Plätze. wir werden einander in Forsten begegnen. der ganze
Sauerstoff wird uns richtig high machen.
Ulrike Almut Sandig, Anleitung zum Lachen auf Abstand
Krise als Chance? Kann man den Spruch noch hören? Mancher wird, nach zwei Pandemie-Jahren, gewisse Schwierigkeiten haben, sich diesen Evergreen der Selbstoptimierungs-Seminare zu eigen zu machen. Die Einbußen aus gefühlt endlosen Lockdowns drücken Buchhandel, Verlage, Autorinnen, Übersetzer, Literatur-Kritikerinnen und uns Literatur-Veranstalter gleichermaßen. Nicht selten liegen die Nerven blank. Wie weiter?
Allerdings hat Corona der Bücher-Republik Deutschland auch einen anderen Umgang mit Alternativen und Möglichkeitsräumen beschert. Motto: Jetzt erst recht! Wir erleben Picknick-Lesungen, Kulturbiergärten und Popup-Bühnen, Buchhändlerinnen auf Lastenfahrrädern und Stammkunden, die vom Sortimenter um die Ecke emittierte Büchergutscheine kaufen, als wären es Vorzugsaktien.
Auch der dritte von uns verantwortete Literarischer Herbst ist dem Teil- oder Wellenbrecher-Lockdown mit ein wenig Glück um Haaresbreite von der Schippe gesprungen. Die Leipzigerinnen und Leipziger machten reichlich von der literarischen „Einladung an die Waghalsigen“ (Dorothee Elmiger) Gebrauch. Das Spektrum reichte vom Auftritt der Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert im ausverkauften Literaturhaus über ein Campus-Programm der Literaturzeitschrift Edit mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst bis zur Begegnung von PeterLicht mit dem Leipziger DJ und Entertainer Donis im UT Connewitz. Der hochkarätig besetzte „Kriminaldauerdienst“ machte erstmals im Newsroom der „Leipziger Volkszeitung“ Station. Insgesamt konnten wir uns über 23 Veranstaltungen mit mehr als 60 Autorinnen und Autoren freuen.
Die Highlights aus dem Oktober 2021 lassen sich 2022 mit den „Herbst-Tapes“, dem Podcast des Festivals, nacherleben. Die neuen Folgen, wiederum moderiert von der Leipziger Autorin Isabelle Lehn, werden auf Plattformen wie Spotify und Apple Podcast angeboten. Wir sagen rechtzeitig Bescheid.
Eine Auswahl der schönsten Bilder und Eindrücke des Festival-Jahrgangs 2021, festgehalten von Gert Mothes, finden Sie hier.
Der Literarische Herbst bedankt sich herzlich bei seinen Partnern, Förderern und Sponsoren. Ein ganz besonderer Dank gilt allen Veranstaltungsorten, unseren Partner-Buchhandlungen sowie allen Helferinnen und Helfern für ihren großartigen Einsatz.
Und nun? Alles macht weiter, nach dem Festival ist vor dem Festival: Der nächste Literarische Herbst findet vom 24. bis 30. Oktober 2022 statt.
Wir sehen uns!
„Hier ist die Bar, da sind Leute, und ich freu’ mich.“
Der Literarische Herbst 2021 in den Medien
Leipzig öffnet!
LVZ
Im vergangenen Jahr war der Leipziger Herbst eines der wenigen Literaturfestivals, die überhaupt stattfinden konnten, wenn auch mit eingeschränktem Programm. Diesmal ist die vor drei Jahren grundlegend neu organisierte traditionsreiche Veranstaltung wieder zu alter Stärke zurückgekehrt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Bis zum Festival-Beginn können auf Plattformen wie Spotify oder Apple Podcast im Wochenrhythmus einige der spannendsten Lesungen und Gespräche des Literarischen Herbsts 2020 nachgehört werden. Zu erleben sind etwa Lesungen von Marina Frenk Verena Keßler oder Deniz Ohde in der Reihe „Beste erste Bücher“ oder die kompletten Mitschnitte der Begegnungen von Thomas Böhme mit Kathrin Schmidt und Kerstin Preiwuß mit Marcel Beyer in der Reihe „Lyrikhotel“.
Leipziger Volkszeitung
Nach Frankfurt nach Leipzig!
Leipziger Internet Zeitung
Mehr als 60 Autorinnen und Autoren werden zu 23 Veranstaltungen erwartet – zu einem Programm, bei dem Jörn Dege, Nils Kahlefendt, Anja Kösler und Claudius Nießen nichts dem Zufall überlassen… Es geht ihnen bei der Auswahl der Beteiligten – ob schreibend, verlegend oder moderierend – um Konstellationen, die nicht nur das Vorstellen neuer Bücher ermöglichen, sondern Gespräche über das Geschriebene hinaus. Und das an den jeweils genau passenden Orten dafür.
Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung
Das Leipziger Literaturfest setzt auf Vielfalt. Reihen wie „Beste erste Bücher“ oder „Lyrikhotel“ stehen neben Performance-Lesungen für Kinder und Peter Licht, der von Subversiv-Popstar Donis interviewt wird.
MDR Kultur
Ralf Donis, DJ, Entertainer, Musiker und Schauspieler, hält eine zerfledderte Hülle der Platte hoch, die er 2002 bei WOM in Leipzig erstanden und seither sehr oft aufgelegt hat – insbesondere die Entschleunigungshymne „Sonnendeck“, die, so PeterLicht, „auch ein Lied über den Tod“ sei. „Sechs Lieder“ hieß die LP, die noch unter dem bürgerlichen Namen Meinrad Jungblut veröffentlicht wurde. „Ich dachte damals, das wäre ein Künstlername“, sagt Donis. „Ich bin als PeterLicht hier“, sagt PeterLicht. Es sei sein erster Auftritt in einem Club seit zwei Jahren. „Hier ist die Bar, da sind Leute, und ich freu’ mich.“
Jürgen Kleindienst, Leipziger Volkszeitung
„Boah, wo anfangen?“ fragt sich Bov Bjerg, blättert kurz im Buch und beginnt ganz einfach: mit dem ersten Satz. „Alles auf Anfang!“ hieß der Abend, mit dem der Literarische Herbst am Dienstag im Horns Erben zu Gast war. Die Wohnzimmeratmosphäre des Leipziger Clubs passte perfekt.
Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung
Die Literaturzeitschrift „Edit“ richtet den Abend im Rahmen des Literaturfestivals „Literarischer Herbst“ aus. In Wurfweite zum Deutschen Literaturinstitut, wo man Schriftstellerei studieren kann, sprechen zwei Autorinnen und zwei Autoren über die selten thematisierten Schattenseiten der Schriftsteller-Existenz: Arbeit neben der eigentlichen literarischen Arbeit… Es gehe darum, überhaupt Sichtbarkeit für dieses Thema zu schaffen, sagt Julia Dathe, Moderatorin des Abends und eine der Herausgeberinnen von „Brotjobs & Literatur“. Gerade wegen der Wechselwirkung und der Frage, wie und welche Einnahmequellen den Lebensunterhalt für die Selbst-Unternehmung namens Schriftsteller ermöglichen, sei das Kaufmanns-Und „&“ im Titel ausdrücklich richtig. Eine fast schon semiotische Begründung des Umstandes, dass Schriftsteller nicht nur schreiben, sondern sich auch verkaufen und finanzieren müssen.
Marc Reichwein, Literarische Welt Daily
„Erlösung kann es nicht geben“, sagt Angelika Klüssendorf. „Weder im Tod noch im Leben.“ Vielleicht ist deshalb in ihrem neuen Buch „Vierunddreißigster September“ alles nach dem Leben etwas Raues und doch Klares, unverschnörkelt und wenig paradiesisch. Im Rahmen des Literarischen Herbstes stellte Klüssendorf, die bis 1985 in Leipzig gelebt hat… ihren neuen Roman im Literaturhaus vor…
Katharina Stork, Leipziger Volkszeitung
Der Literarische Herbst war zu Gast bei der LVZ: Im Reporter-Café des neuen Newsrooms haben am Freitagabend Pieke Biermann und Johannes Groschupf mit Verlegerin Else Laudan über Kriminalromane gesprochen, die Großstadt, die Krise und das geheime Leben ihrer Figuren.
Janina Fleischer, LVZ online